SZ 09.12.2025
12:35 Uhr

(+) Stadtbild-Debatte: Es ist gut, wenn Merz einen Fehler zugibt – sofern er daraus lernt


Der Bundeskanzler räumt einen unheilvollen Satz aus der Welt, das ist ein Zeichen von Stärke. Vielleicht sollte er sich mal an seinem Vorgänger orientieren, ein bisschen nur.

(+) Stadtbild-Debatte: Es ist gut, wenn Merz einen Fehler zugibt – sofern er daraus lernt

Politikerinnen und Politiker haben oft Scheu davor, einen Fehler zuzugeben. Ihre Sorge ist, dass ihnen dies als Schwäche ausgelegt wird, dass die Leute standfeste Helden wollen und die Meute bei X auf Selbstreflexion nur mit Häme und weiterer Verachtung reagiert. Es ist aber keine Schwäche, sondern Ausweis von Souveränität sowie der Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken und Zweifel am eigenen Tun zuzulassen. Anders gesagt, es ist gut, dass Bundeskanzler Friedrich Merz am Montagabend in der ARD eingeräumt hat, mit seiner Stadtbild-Äußerung danebengelegen zu haben. „Ich hätte vielleicht früher sagen sollen, was ich konkret damit meine“, sagte er; das würde er heute anders machen.

Friedrich Merz tapst von einem Fettnäpfchen ins nächste. Und seiner Regierung ging es auch schon besser. Pünktlich lädt die ARD zur Bürgerfragestunde mit dem Kanzler. Der geht in den Verteidigungsmodus.

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